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26.11.2010:
Rot-Weiss Essen - 1. FC Kleve 63/03 - 4 : 0 (2 : 0)
Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße
97a, 45356 Essen
Tore:
1:0 Thamm (16.), 2:0 Jasmund (35.), 3:0 Lenz (47.), 4:0 Enzmann (69.)
Zuschauer:
5.771
Food:
Natürlich die altbekannte Bratwurst – auch heute wieder richtig lecker. Heute
allerdings in Kombination mit (viel) heißem Glühwein...

Durch einen nie
gefährdeten 4:0-Sieg gegen den 1. FC Kleve gelang es Rot-Weiss Essen am 16.
Spieltag der NRW-Liga, den Vorsprung auf den Tabellenzweiten Germania Windeck
auf drei Punkte auszubauen (die Windecker verloren nämlich ihr Heimspiel gegen
den Aufsteiger Westfalia Rhynern überraschend mit 1:2) und gehen – mit Blick auf
den nahenden Winter und die zu erwartenden Spielabsagen – wohl auch als
Tabellenführer ins neue Jahr. Vor erneut knapp sechstausend Zuschauern schossen
Alexander Thamm (16.), Dirk Jasmund (35.), Lukas Lenz (47.) und Leon Enzmann
(69.) die Tore für RWE. Für das Team von Trainer Wrobel war es zudem der höchste
Saisonsieg und der dritte "Dreier" in Serie. Die Gäste aus Kleve hingegen gingen
zum fünften Mal hintereinander leer aus und laufen Gefahr – nach dem Abstieg aus
der Regionalliga West in der Saison 2008/09 – in die Niederrheinliga
durchgereicht zu werden.
Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit
1939 die Heimat von Rot-Weiss-Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde
das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder
hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die
heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten
modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für
viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich,
Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg
Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09
fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte
Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve –
eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in
den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der
anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) -
gab Essens damaliger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach
jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen
Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts
mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem
Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau
von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen
Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch dazu kam es allerdings
wieder einmal nicht und so ruhten die Bauaktivitäten aufgrund einer von der
Bezirksregierung über die Stadt Essen verhängten Haushaltssperre. Der
Spielbetrieb in der Regionalliga musste mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf
der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden, die Volksseele kochte und
nicht wenige vermuteten, dass sich dieser Zustand auch auf absehbare Zeit nicht
mehr ändern würde. Besonders nach der Insolvenz und dem damit verbundenen
Zwangsabstieg in die NRW-Liga am Ende der Saison 2009/10. Nun zeigt sich aber
wieder Licht am Ende des Tunnels: Dank eines 110-Millionen-Euro-Sparpakets hat
die Stadt von der Bezirksregierung Ende August 2010 wieder grünes Licht zur
eigenständigen Aufnahme von Krediten bekommen und am 26. Oktober erteilte der
Rat mit großer Mehrheit den endgültigen Segen – es geht los! In rund 30 Monaten
Bauzeit soll nun endlich die 20.000 Zuschauer fassende Arena bis zur Saison
2012/2013 entstehen. Und aufgrund der bereits erfolgten Maßnahmen auf dem
Gelände könnten noch in diesem Jahr die Arbeiten an der Entwässerung
abgeschlossen werden und der Hochbau im Frühjahr 2011 beginnen.
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